(19.09.2009 Bäu)
Nachfolger von Professor Harald Marx, der Anfang dieses Jahres in den Ruhestand gegangen war,
und von Professor Wolfgang Holler, der im Frühsommer dieses Jahres zur Stiftung Weimarer Klassik
wechselte, wird Dr. Bernhard Maaz. „Mit dieser herausragenden Persönlichkeit ist es gelungen, für
die Gemäldegalerie Alte Meister und in Personalunion für das Kupferstich-Kabinett einen würdigen
Nachfolger und einen herausragenden Wissenschaftler zu verpflichten, der über die klassische
Museumstätigkeit hinaus unter anderem im Bereich der Baudenkmalpflege auf große Erfolge verweisen
kann“, sagte die damalige Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange zur Begründung der
Nachfolgeentscheidung.
Der Gelobte ist Leiter der Alten Nationalgalerie und zugleich stellvertretender Direktor der
Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. 1961 in Jena geboren, studierte er in Leipzig
Kunstwissenschaften. Interview vor seinem Antritt in Dresden zum 1. Januar 2010:
TOP: Wie fühlten sie sich beim ersten Betreten des Semperbaues nach ihrer Ernennung?
Anders als bei den vorhergehenden Arbeitsbesuchen. Es ist aufregend und mit dem Glücksgefühl
verbunden, dass man die direktoriale Verantwortung übernimmt für eine solche große, legendäre
Sammlung, auch mit der zeitlichen Perspektive, dass man nicht mehr auf einer Durchreise ist,
sondern da nun für Jahre heimisch wird.
TOP: Ihre Position in den Staatlichen Museen Berlins ist ziemlich weit oben, unmittelbar unter
der Generaldirektion …
... dort habe ich alles erlangt, was mir zu erreichen möglich war.
Jetzt reizt mich, dass mit den Dresdner ‚alten’ Meistern neue Horizonte für mich dazu kommen.
Was genau so für die Graphische Sammlung ‚Kabinett’ zutrifft.
TOP: In Dresden erwartet Sie die Generalsanierung der Galerie am Zwinger. Schockt nicht, dass
bald eine Baustelle sie empfängt …
… nein, absolut nicht, das lockt! Ich war Baubeauftragter für die Alte Nationalgalerie und
verantwortete seitens des Museums deren Umbau von 1998 bis 2001. Im Zusammenspiel mit den
Architekten, Planern, Denkmalpflegern, Restauratoren hat es mir große Freude gemacht zu erleben,
wie unsere Konzepte Gestalt annahmen. Gelegentlich werde ich auch außerhalb Berlins für
Museumsbauten hinzugezogen, wie wir übrigens gemeinsam mit meinem künftigen Kollegen Dirk Syndram
für ein solches Projekt in Braunschweig beratend tätig sind.
Top: Und Dresden?
… ja, das ist eine wunderbare Kulturstadt. Jenseits der Museenfülle - die Staatlichen arbeiten
mit den Kunstsammlungen Berlin und München nicht zufällig zusammen, sondern weil sie in einer Liga
spielen - ist es die Musikstadt, sind es die Theater, das ganze Kulturnetz. Und es gibt die
hinreißende Landschaft und Umgebung und die schönen Wohngegenden: Was will man mehr?
TOP: Die Kunstsammlungen Dresden leiden unter knappsten Etats und wachsendem Personalmangel -
bei stetig steigenden Besucherzahlen. Haben Sie diesbezüglich für Ihren Amtsantritt eine ‚
Morgengabe’ aushandeln können?
Nein, das wäre unüblich. Doch haben wir die die Aussicht, dass durch die Zusammenlegung der
Direktorate Alte Meister und Kabinett die freibleibende Stelle wissenschaftlich besetzt werden
kann.
TOP: Und Ihre Morgengabe für Dresden?
Unser erstes aufregendes Projekt ist, die Alten Meister während ihres baubedingten Interim im
Japanischen Palais ganz neu zu hängen, neue Gruppierungen, Perspektiven herzustellen, um
Zusammenhänge neu zu sehen zu können.
Auch bringe ich neue Verbindungen ein. Über eine Kooperation mit einer Stiftung, die mit
Restaurierungsstipendien verbunden sein wird, mehr zu sagen, wäre allerdings noch verfrüht.
(Bäu)
Kontakt:
Dr. Peter Bäumler
Agentur
Buchenstraße 15, D 01097 Dresden
Telefon (00 49 351)8 03 87 60, Telefax (00 49 351)8 03 87 68
Funk (01 75)5 60 93 99, email: baeumler.agentur@t-online.de